Published On: 1. September 2023Categories: Soziale Arbeit

Insgesamt über 16 Millionen Menschen haben in Deutschland einen Migrationshintergrund (Polat, 2017, S. 18). Obwohl für die meisten davon der Grund der Migration mit dem Wunsch auf eine Verbesserung der Lebensumstände zusammenhängt, zeigt sich, dass in Baden-Württemberg im Jahr 2018 die Armutsgefährdungsquote der unter 18-jährigen mit Migrationshintergrund fast dreimal so hoch ist, wie die der Kinder ohne Migrationshintergrund (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2020, S. 3).

Worin die Gründe für Kinderarmut liegen, welchen Einfluss die Sprache hat und welche Auswirkungen dies hat, soll im nachfolgenden Artikel genauer beleuchtet werden.

Wie sich die Armut auswirkt und was diese für Beeinträchtigungen und Risiken für das Aufwachsen und die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen mit sich bringt ist meist gleich. Wenn Vereinsmitgliedschaften, Beiträge zu Freizeitangeboten, Beeinträchtigungen bei Bildungs- und Entwicklungschancen oder einfach neue Kleidung aufgrund des Geldes nicht möglich sind, reagieren Kinder und Jugendliche unterschiedlich, teils mit Aggressionen, Rückzug oder Leistungsverweigerungen (Benz & Heinrich, 2018, S. 577).

Die Ursachen und Gründe für Kinderarmut liegen in einer eingeschränkten Erwerbstätigkeit der Eltern und Arbeitslosigkeit, sind aber auch häufig bei Ein-Eltern-Familien, kinderreichen Familien oder bei Familien mit Migrationshintergrund zu beobachten (Butterwegge, 2009, S. 91). Bei Kindern mit Fluchthintergrund erhöht sich das Armutsrisiko häufig dadurch, dass das Asylverfahren lange Zeit in Anspruch nimmt, damit der Zugang zum Arbeitsmarkt beschränkt ist und die Familien in dieser Zeit „nur“ eine Mindestsicherung erhalten. Erschwerend kommen bei Personen mit Migrationshintergrund unter anderem mangelnde Sprachkenntnisse und Schwierigkeiten bei der Anerkennung ausländischer Bildungs- und Berufsabschlüsse hinzu, was den Einstieg auf dem Arbeitsmarkt deutlich erschwert. Um in der Gesellschaft Fuß zu fassen, für Integration im Bildungs- und Arbeitsbereich und so die Armutsgefährdung zu reduzieren, ist der Schlüssel die Sprache (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2020, S. 15–16).   Es lässt sich aber zusammenfassend sagen, dass nicht nur der Migrationshintergrund, sondern die Frage, wie gut sich die Familie in die Gesellschaft integriert und mit Sprachkenntnissen der Zugang zum Arbeitsmarkt gelingt, eine entscheidende Rolle spielt. Dazu kommt die Frage, ob eine Sensibilisierung der Gesellschaft gelingt, um Diskriminierungen, die teils vielleicht auch unbewusst passieren, zu vermeiden, um so Vielfalt zu ermöglichen (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2020, S. 17).

Bildquelle: Harald Schottner  / pixelio.de 

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